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Jobwechsel in der Physiotherapie: wann er sich lohnt und wie du ihn vorbereitest
Laut Janke (Therapie und Praxis 5/2018) geben 56 Prozent der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten eine Betriebszugehörigkeit von höchstens sechs Jahren an, obwohl 90 Prozent unbefristet beschäftigt sind. Ein Jobwechsel ist in dieser Branche also der Normalfall. Er hilft bei Gründen, die beim Arbeitgeber liegen, etwa Taktung, Einarbeitung oder Fortbildungsbudget. Beim FPZ Halle dauert eine Behandlung bis zu 60 Minuten, und ein Therapeut betreut höchstens drei Patienten gleichzeitig.
- Herausgegeben von: Redaktion FPZ Rückentherapie Halle · Therapeutisches Team
- Aktualisiert am
- 6 Minuten Lesezeit
- 56 %
- bleiben höchstens sechs Jahre
- Wechsel ist in dieser Branche der Normalfall
- 90 %
- sind unbefristet beschäftigt
- kurze Verweildauer heißt hier nicht Unsicherheit
- 7 %
- bleiben über 20 Jahre
- die deutliche Minderheit
Quelle: Janke, Therapie und Praxis 5/2018.
Der Wechsel ist hier die Regel
56 Prozent der Befragten geben eine Betriebszugehörigkeit von höchstens sechs Jahren an, nur 7 Prozent bleiben länger als 20 Jahre. Gleichzeitig sind 90 Prozent unbefristet beschäftigt. Die kurze Verweildauer hat also mit der Vertragsform nichts zu tun.
Für dich heißt das, dass ein Wechsel im Lebenslauf unauffällig ist, und das weiß auch dein aktueller Arbeitgeber.
Die Vorfrage: Arbeitgeber oder Beruf?
Bevor du kündigst, sortier deine Gründe in zwei Spalten.
Was ein anderer Arbeitgeber ändern kann: Länge der Behandlungseinheit, Zahl der parallel betreuten Patienten, Einarbeitung, Fortbildungsbudget und Bindung, Dienstplanvorlauf, Verantwortungsbereiche, Ausstattung.
Was er nicht ändern kann: das Vergütungsniveau der Branche, die Heilmittelrichtlinie, die Zuzahlungssystematik, den Fachkräftemangel.
Wenn deine Gründe überwiegend links stehen, ist ein Wechsel die schnellste Lösung. Wenn sie rechts stehen, wird auch die nächste Stelle enttäuschen - dann geht es um etwas anderes: Spezialisierung, andere Einrichtungsart, Selbstständigkeit oder tatsächlich Ausstieg.
Der richtige Zeitpunkt
Drei Situationen sprechen für einen Wechsel:
Nach einer abgeschlossenen Zertifikatsfortbildung. Manuelle Therapie bringt 200 bis 500 Euro im Monat - aber nur, wenn der Betrieb die Position auch abrechnet. Wer die Qualifikation hat und sie nicht einsetzen darf, verschenkt Geld.
Wenn die Perspektive fehlt. 74 Prozent sehen keine Aufstiegsmöglichkeit, 63 Prozent können für keinen Bereich Verantwortung übernehmen. Wenn du nach zwei Jahren immer noch denselben Kalender abarbeitest, wird sich das ohne Wechsel selten ändern.
Wenn die Termindichte die Qualität frisst. Wenn die Zeit je Patient nicht reicht und die Dokumentation regelmäßig nach Feierabend liegt, liegt das an einer Entscheidung des Betriebs.
Vorbereitung in vier Schritten
- Fortbildungsbindungen prüfen. Welche Klauseln laufen noch, wie lange, und halten sie einer Prüfung stand?
- Zeugnisse anfordern, solange das Verhältnis gut ist. Ein Zwischenzeugnis ist jederzeit möglich und muss nicht begründet werden.
- Marktlage prüfen. Zuletzt waren allein auf einer Plattform 81 offene Stellen in Halle und Sachsen-Anhalt ausgeschrieben; 73 Prozent der Praxen suchen.
- Hospitation vereinbaren, bevor du unterschreibst. Ein halber Tag im neuen Betrieb zeigt mehr als drei Gespräche.
Die Frage, die den Unterschied macht
Im Gespräch mit dem neuen Arbeitgeber bringt diese Frage mehr als die nach dem Gehalt: „Wie viele Termine stehen an einem vollen Tag in meinem Kalender, und liegt die Dokumentation darin?“
Die zwei Zahlen beschreiben den Arbeitsalltag, und wer sie nicht nennen kann, hat sie sich selten gestellt.
So ist es beim FPZ Halle
Was ein anderer Arbeitgeber ändern kann, steht beim FPZ Halle mit Zahlen fest. Eine Behandlung dauert bis zu 60 Minuten, die FPZ-Eingangsanalyse 90 Minuten in Einzelbetreuung, und ein Therapeut betreut höchstens drei Patienten gleichzeitig. Die Einarbeitung läuft über Hospitation mit wöchentlicher Fallbesprechung. Fortbildungskosten übernimmt die Praxis vollständig, ausdrücklich für KG am Gerät, Manuelle Therapie, Lymphdrainage und die FPZ-Zertifizierung. Eine vollbesetzte Rezeption übernimmt Terminvergabe, Rezeptprüfung, Zuzahlung und Telefon. Das Gehalt liegt bei bis zu 4.000 Euro brutto (ab 3.400 Euro) in Vollzeit. Für den ersten Kontakt reicht das Kurzformular, die Rückmeldung kommt in der Regel am selben Werktag. Die offenen Stellen stehen unter Stellenangebote.
Häufige Fragen dazu
Wie lange bleiben Physiotherapeuten im Schnitt bei einem Arbeitgeber?
56 Prozent geben eine Betriebszugehörigkeit von höchstens sechs Jahren an, nur 7 Prozent bleiben über 20 Jahre - und das bei einer Quote von 90 Prozent unbefristeter Verträge. Kurze Verweildauern sind in dieser Branche also nicht auffällig.
Schadet ein häufiger Wechsel der Bewerbung?
In einem Markt, in dem 73 Prozent der Praxen offene Stellen haben und im Schnitt 1,7 Mitarbeitende fehlen, ist das kein Ausschlussgrund. Erklärbar sollte der Wechsel trotzdem sein - am besten mit einem fachlichen Grund statt mit einer Kritik am alten Arbeitgeber.
Wann ist ein Wechsel die falsche Antwort?
Wenn die Unzufriedenheit am Vergütungsniveau der Branche oder an den Regeln der Heilmittelrichtlinie hängt. Das ändert kein einzelner Betrieb. Taktung, Dokumentationslast, Einarbeitung, Fortbildungsbudget, Dienstplan und Verantwortungsbereiche ändert er sehr wohl.
Welche Kündigungsfrist gilt?
Die gesetzliche Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Monatsende, sofern der Vertrag nichts anderes regelt. Vertraglich verlängerte Fristen dürfen für Arbeitnehmer nicht länger sein als für den Arbeitgeber.
Was ist mit laufenden Fortbildungsbindungen?
Prüf die Rückzahlungsklausel, bevor du kündigst: Bindungsdauer im Verhältnis zur Fortbildungsdauer, Unterscheidung nach Kündigungsgrund, zeitanteilige Abschmelzung. Fehlt eines davon, ist die Klausel häufig unwirksam - und dann besteht keine Rückzahlungspflicht.
Wann sollte ich als Physiotherapeut den Job wechseln?
Ein Jobwechsel lohnt sich, wenn die Gründe beim Arbeitgeber liegen, etwa bei Termindichte, Einarbeitung, Fortbildungsbudget oder fehlender Verantwortung. Ein guter Zeitpunkt ist das Ende einer Zertifikatsfortbildung, die dein Betrieb nicht abrechnet. Liegt die Unzufriedenheit am Vergütungsniveau der Branche oder an der Heilmittelrichtlinie, ändert auch die nächste Stelle wenig.
Wie läuft ein Wechsel zum FPZ Halle ab?
Für den ersten Kontakt mit dem FPZ Halle reicht das Kurzformular oder ein Anruf, Unterlagen sind nicht nötig. Die Rückmeldung kommt in der Regel am selben Werktag, danach folgt ein Gespräch in der Praxis. Laufende Fortbildungsbindungen beim bisherigen Arbeitgeber prüfst du am besten vorher.