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Die ersten Wochen in einer neuen Praxis: woran gute Einarbeitung erkennbar ist

Eine gute Einarbeitung in einer neuen Physiotherapiepraxis besteht aus drei Dingen: einer festen Ansprechperson, einer Phase mit reduzierter Terminlast und einer wiederkehrenden Fallbesprechung. Der Vermittlungsdienst TheraTalent nennt ein schlechtes Onboarding als Hauptkündigungsgrund in der Physiotherapie, noch vor dem Gehalt. Beim FPZ Halle läuft die Einarbeitung über Hospitation mit einer wöchentlichen Patienten- und Teambesprechung, eine Behandlung dauert bis zu 60 Minuten.

  • Herausgegeben von: Redaktion FPZ Rückentherapie Halle · Therapeutisches Team
  • Aktualisiert am
  • 7 Minuten Lesezeit
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Bestandteile einer belastbaren Einarbeitung
feste Ansprechperson, reduzierte Terminlast, wiederkehrende Fallbesprechung
56 %
bleiben höchstens sechs Jahre
ein schlechtes Onboarding gilt als häufigster Grund - vor dem Gehalt

Quelle: TheraTalent, Leitfaden für Praxen; Janke, Therapie und Praxis 5/2018.

Der Befund, der die meisten überrascht

Wer in der Physiotherapie nach Kündigungsgründen fragt, bekommt fast immer dieselbe Antwort: das Geld.

Nur: Das ist der Grund, aus dem Menschen den Beruf verlassen. Der Grund, aus dem sie die Stelle verlassen, ist ein anderer. Der auf Therapeutenvermittlung spezialisierte Dienst TheraTalent nennt als Hauptkündigungsgrund ausdrücklich ein schlechtes Onboarding.

Das ist eine gute Nachricht für Bewerberinnen und Bewerber, denn Onboarding lässt sich vor der Zusage prüfen. Gehalt verhandeln Sie einmal. Wie die ersten Wochen laufen, merken Sie jeden Tag.

Was eine Einarbeitung tragfähig macht

Eine feste Ansprechperson, nicht „das Team“

„Sie können jeden fragen“ klingt offen und bedeutet in der Praxis: Sie fragen niemanden. Wer neu ist, will nicht bei jedem Vorgang jemanden aus einer Behandlung reißen. Eine benannte Person, die weiß, dass sie zuständig ist, senkt diese Hemmschwelle.

Fragen Sie im Gespräch nach dem Namen. Wenn keiner genannt werden kann, gibt es die Rolle nicht.

Reduzierte Terminlast in den ersten Wochen

Den wichtigsten Unterschied zwischen einer Einarbeitung und einem Sprung ins kalte Wasser macht der Kalender. Wer ab dem ersten Tag voll verplant ist, lernt nichts über das Haus - er lernt nur, wie man Zeit aufholt.

Fragen Sie deshalb konkret: Wie viele Termine stehen in Woche eins im Kalender, und wie viele nach vier Wochen? Die Antwort ist eine Zahl oder eine Ausrede.

Ein wiederkehrender Termin für Fälle

Fachliche Sicherheit entsteht durch Fälle, über die gesprochen wird. Ein fester wöchentlicher Termin, in dem Patientinnen und Patienten besprochen werden, ist das wirksamste Einarbeitungsinstrument, das eine Praxis hat - und gleichzeitig das, was in ausgelasteten Betrieben zuerst gestrichen wird.

Wenn es diesen Termin gibt, fragen Sie, wann er zuletzt stattgefunden hat.

Die Perspektivfrage, die direkt daneben liegt

Onboarding und Perspektive hängen zusammen. Die Janke-Untersuchung zeigt, wie dünn es an dieser Stelle in der Branche aussieht: 74 Prozent sehen keine Möglichkeit, beruflich aufzusteigen, und für viele gibt es keinen Bereich, für den sie Verantwortung übernehmen können. Fehlende Perspektiven sind ein häufiger Wechselgrund.

Das ist der zweite Grund, warum die ersten Wochen zählen: In ihnen entscheidet sich, ob Sie ein Feld bekommen, das Ihnen gehört - ein Gerät, eine Indikation, eine Gruppe, ein Thema. Wer nach sechs Monaten immer noch nur den Kalender abarbeitet, den man ihm füllt, geht nach zwei Jahren.

Fragen Sie deshalb im Gespräch auch: Wofür wäre ich hier nach einem Jahr zuständig?

Fünf Fragen für das Gespräch

  1. Wer ist in den ersten Wochen meine feste Ansprechperson?
  2. Wie viele Termine habe ich in der ersten Woche, wie viele nach einem Monat?
  3. Gibt es einen wiederkehrenden Termin für Fallbesprechungen - und wann war der letzte?
  4. Wer zeigt mir Befundung und Dokumentation, und nach welchem Standard?
  5. Wer hat hier zuletzt angefangen, und wie ist die Einarbeitung bei dieser Person gelaufen?

Die fünfte Frage ist die unangenehmste und die aussagekräftigste. Beantworten lässt sie sich nur mit einem Fall.

Wie es beim FPZ Halle läuft

Die Einarbeitung läuft über Hospitation: zusehen, mitarbeiten, Schritt für Schritt übernehmen. Einmal pro Woche gibt es eine Patienten- und Teambesprechung, in der Fälle gemeinsam durchgegangen werden - das ist der wiederkehrende Termin aus Punkt drei.

Danach gestalten Sie Ihre Behandlungsansätze frei, mit den Möglichkeiten des Hauses: über 40 spezialisierte Großgeräte, über 15 Messsysteme mit mehr als 40 Messparametern. Die FPZ Therapie selbst setzt eine Zertifizierung voraus, deren Kosten vollständig übernommen werden, dazu kommen fünf Fortbildungstage im Jahr. Bei Fragen zur Verordnung sind zwei integrierte Facharztpraxen im selben Haus, und eine vollbesetzte Rezeption übernimmt Termine und Telefon.

Eine FPZ-Therapieeinheit dauert 60 Minuten, die Eingangsanalyse 90 Minuten in Einzelbetreuung, und während des gerätegestützten Trainings betreut ein Therapeut höchstens drei Personen gleichzeitig. Einen 20-Minuten-Takt gibt es nicht, Sie lernen in Stunden-Einheiten.

Häufige Fragen dazu

Was ist der häufigste Kündigungsgrund in der Physiotherapie?

Der auf die Vermittlung von Therapeuten spezialisierte Dienst TheraTalent nennt ausdrücklich ein schlechtes Onboarding als Hauptkündigungsgrund, nicht ein zu niedriges Gehalt. Das deckt sich mit der Bindungsdauer in der Branche: 56 Prozent der Befragten geben eine Betriebszugehörigkeit von höchstens sechs Jahren an, nur 7 Prozent bleiben über 20 Jahre.

Wie lange sollte eine Einarbeitung dauern?

Es gibt keine gesetzliche Vorgabe. Wichtiger als die Zahl der Wochen ist, ob die Terminlast in dieser Zeit reduziert ist. Eine Einarbeitung, in der Sie ab dem ersten Tag den vollen Kalender haben, ist keine.

Was ist Hospitation in der Physiotherapie?

Sie begleiten erfahrene Kolleginnen und Kollegen bei der Behandlung, arbeiten schrittweise mit und übernehmen dann selbst. Der Vorteil gegenüber einer reinen Geräteeinweisung: Sie sehen, wie im Haus befundet, dokumentiert und mit Patienten gesprochen wird - das steht in keinem Handbuch.

Welche Fragen sollte ich im Bewerbungsgespräch zur Einarbeitung stellen?

Wer ist meine feste Ansprechperson in den ersten Wochen? Wie viele Termine habe ich in Woche eins, wie viele nach einem Monat? Gibt es einen wiederkehrenden Termin für Fallbesprechungen? Wer zeigt mir die Dokumentation? Und: Wer war die letzte Person, die hier angefangen hat, und wie lief es bei ihr?

Wie läuft die Einarbeitung beim FPZ Halle?

Über Hospitation: zusehen, mitarbeiten, Schritt für Schritt übernehmen. Einmal pro Woche gibt es eine Patienten- und Teambesprechung, in der Fälle gemeinsam durchgegangen werden. Die Behandlungsansätze gestalten Sie danach frei, mit den Möglichkeiten des Hauses.

Woran erkenne ich eine gute Einarbeitung in einer neuen Physiotherapiepraxis?

An drei Dingen, die Sie im Gespräch abfragen können. Es gibt eine feste Ansprechperson mit Namen, in den ersten Wochen stehen weniger Termine im Kalender als bei den Kollegen, und Fälle werden in einem wiederkehrenden Termin besprochen. Fehlt einer der drei Punkte, fangen Sie ohne Netz an.

Zur Einordnung: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung und keine individuelle Befunderhebung. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir im Gespräch und auf Grundlage Ihrer Verordnung.

Herausgegeben von Redaktion FPZ Rückentherapie Halle, Therapeutisches Team. Zuletzt geprüft am 02. Oktober 2026.

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