Ratgeber · Rezept und Kasse
Krankengymnastik am Gerät: Verordnung, Dauer und Zuzahlung
Krankengymnastik am Gerät ist eine Zertifikatsposition der Heilmittelrichtlinie und als parallele Einzelbehandlung von bis zu drei Patientinnen und Patienten definiert. Wie viele Einheiten verordnet werden, richtet sich nach der Diagnosegruppe und der zugehörigen orientierenden Behandlungsmenge. Die Zuzahlung entspricht der bei anderen Heilmitteln: 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Verordnung.
- Herausgegeben von: Redaktion FPZ Rückentherapie Halle · Therapeutisches Team
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- 10 %
- Zuzahlung, plus 10 Euro je Verordnung
- wie bei anderen Heilmitteln
- 3
- Patienten höchstens parallel
- jede und jeder nach eigenem Plan
Quelle: Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Was die Position ist
Krankengymnastik am Gerät, abgekürzt KGG, ist eine eigene Position der Heilmittelrichtlinie. Zwei Dinge unterscheiden sie von der klassischen Krankengymnastik:
Die Geräte. Trainiert wird an medizinischen Trainingsgeräten mit einstellbarem Widerstand, Bewegungsumfang und Wiederholungszahl.
Die Betreuungsform. KGG ist als parallele Einzelbehandlung von bis zu drei Patientinnen und Patienten definiert. Jede Person hat einen eigenen Plan, betreut werden alle gleichzeitig.
Wer sie verordnen darf
Jede Ärztin und jeder Arzt. Eine Facharztpflicht besteht nicht. Auf der Verordnung muss die Position als vorrangiges Heilmittel angegeben sein - die Diagnosegruppe entscheidet, ob sie verordnungsfähig ist.
Wie viele Einheiten möglich sind
Eine feste Obergrenze pro Jahr gibt es nicht. Grundlage ist die orientierende Behandlungsmenge der jeweiligen Diagnosegruppe: ein Richtwert dafür, wie viele Einheiten im Regelfall bis zum Behandlungsziel benötigt werden.
Wird mehr gebraucht, kann weiter verordnet werden; die medizinische Begründung liegt bei der verordnenden Praxis. Bei schweren dauerhaften Schädigungen kommt der langfristige Heilmittelbedarf in Betracht - dann entfällt die Mengenbegrenzung ganz.
Was in der Praxis häufiger begrenzt als die Richtlinie: die Verfügbarkeit. Nicht jede Praxis hat eine KGG-Zulassung.
Was sie kostet
Für gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren gelten dieselben Regeln wie bei anderen Heilmitteln: 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Verordnung. Die 10 Euro fallen einmal pro Rezept an, nicht pro Termin.
Details zur Belastungsgrenze und zur Befreiung stehen im Beitrag Zuzahlung bei Physiotherapie.
Warum es sie nicht überall gibt
Für die Abrechnung muss die Praxis eine Zulassung haben, die eine bestimmte räumliche und gerätetechnische Ausstattung voraussetzt. Zusätzlich braucht die behandelnde Person die Zertifikatsfortbildung.
Für Sie heißt das: Fragen Sie bei der Terminsuche direkt nach, ob KGG angeboten wird. Ein Rezept über Krankengymnastik am Gerät nützt nichts in einer Praxis ohne Zulassung - und Sie verlieren Zeit gegen die 28-Tage-Frist, die auf jeder Verordnung läuft.
Wann sie das Richtige ist
KGG ist sinnvoll, wenn es um Belastbarkeit geht statt um akute Linderung: nach Operationen, bei wiederkehrenden Rückenbeschwerden, bei Arthrose, nach längerer Schonung.
Sie ist nicht das Richtige in der akuten Phase mit starken Schmerzen - dort steht zuerst die handgeführte Behandlung.
Häufige Fragen dazu
Wie oft darf Krankengymnastik am Gerät verschrieben werden?
Es gibt keine feste Jahresobergrenze. Maßgeblich ist die Diagnosegruppe der Heilmittel-Richtlinie mit ihrer orientierenden Behandlungsmenge. Wird darüber hinaus behandelt, begründet die verordnende Praxis dies medizinisch; bei langfristigem Heilmittelbedarf entfällt die Mengenbegrenzung.
Wie lange dauert eine Einheit Krankengymnastik am Gerät?
Deutlich länger als eine klassische Krankengymnastik, weil ein Trainingsdurchgang an mehreren Geräten absolviert wird. Die Behandlung findet als parallele Einzelbehandlung statt: Ein Therapeut betreut bis zu drei Personen gleichzeitig, jede nach eigenem Plan.
Was kostet Krankengymnastik am Gerät?
Für gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren fallen 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Verordnung an. Wer die Belastungsgrenze erreicht hat - 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen, bei chronisch Kranken 1 Prozent -, kann sich befreien lassen.
Kann jede Praxis Krankengymnastik am Gerät anbieten?
Nein. Die Praxis braucht eine entsprechende Zulassung mit vorgeschriebener räumlicher und gerätetechnischer Ausstattung, und die behandelnde Person benötigt die Zertifikatsfortbildung. Deshalb ist die Leistung nicht überall verfügbar.
Was ist der Unterschied zur normalen Krankengymnastik?
Krankengymnastik arbeitet überwiegend ohne Geräte und in Einzelbetreuung, Krankengymnastik am Gerät nutzt medizinische Trainingsgeräte mit einstellbarer Last. Der Fokus verschiebt sich von der Funktion zur Belastbarkeit - mit dosierbarer Steigerung.