Ratgeber · Prävention
Betriebliches Gesundheitsmanagement: was es leistet und was gefördert wird
Betriebliches Gesundheitsmanagement bündelt Maßnahmen, die Belastungen im Betrieb senken und die Gesundheit der Beschäftigten erhalten. Für Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung sieht das Einkommensteuergesetz einen Freibetrag von 600 Euro je Beschäftigtem und Jahr vor, wenn die Maßnahmen die Anforderungen des Leitfadens Prävention erfüllen. Der Einstieg beginnt mit einer Analyse der tatsächlichen Belastungen, nicht mit einem Kursangebot.
- Herausgegeben von: Redaktion FPZ Rückentherapie Halle · Therapeutisches Team
- Aktualisiert am
- 5 Minuten Lesezeit
- € 600
- steuerfrei je Beschäftigtem und Jahr
- wenn die Maßnahmen den Leitfaden Prävention erfüllen und zusätzlich zum Lohn kommen
Quelle: § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz.
Was gemeint ist
Betriebliches Gesundheitsmanagement ist kein Angebot, sondern ein Steuerungsrahmen. Es umfasst drei Felder, die häufig durcheinandergehen:
Arbeitsschutz - gesetzlich verpflichtend, inklusive Gefährdungsbeurteilung.
Betriebliches Eingliederungsmanagement - der gesetzlich vorgesehene Weg, wenn Beschäftigte länger als sechs Wochen im Jahr arbeitsunfähig waren.
Betriebliche Gesundheitsförderung - freiwillige Maßnahmen: Bewegungsangebote, Analysen, Kurse, ergonomische Beratung.
Der dritte Bereich ist der, den die meisten meinen, wenn sie von BGM sprechen - und der, für den es die steuerliche Förderung gibt.
Der steuerliche Rahmen
Nach § 3 Nummer 34 des Einkommensteuergesetzes sind Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu 600 Euro je Arbeitnehmer und Kalenderjahr steuerfrei.
Zwei Bedingungen gehören dazu:
- Die Leistungen müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden - eine Umwandlung von Gehalt ist nicht begünstigt.
- Die Maßnahmen müssen die Anforderungen des Leitfadens Prävention erfüllen, also den Qualitätskriterien entsprechen, die auch für zertifizierte Präventionskurse gelten.
Die Reihenfolge, die funktioniert
1. Analyse vor Angebot. Wo entstehen Ausfallzeiten, welche Tätigkeiten sind betroffen, welche Belastungen berichten die Beschäftigten? Ein Rückenkurs für alle trifft selten die Ursache - und wird oft von denen wahrgenommen, die ihn am wenigsten brauchen.
2. Maßnahmen an den belasteten Arbeitsplätzen. Ergonomie, Arbeitsorganisation, Pausenstruktur. Das ist unspektakulär und wirkt.
3. Angebote mit Verbindlichkeit. Ein Kurs mit festen Terminen und Anwesenheit wirkt, ein offenes Angebot ohne Struktur meist nicht.
4. Messung. Ausfalltage, Teilnahmequoten, Rückmeldungen. Ohne Zahlen bleibt BGM eine Sympathiemaßnahme, die beim nächsten Sparzwang zuerst gestrichen wird.
Warum der Rücken im Mittelpunkt steht
Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeitstage. Für einen Betrieb heißt das: Rückenbeschwerden sind kein privates Thema der Beschäftigten, sondern ein Posten in der Personalkostenrechnung.
Deshalb setzen wirksame Programme dort an, wo die Belastung tatsächlich entsteht - und arbeiten mit messbaren Ausgangswerten statt mit allgemeinen Übungen.
Was ein Einstieg konkret sein kann
- eine Analyse der Belastungssituation an den betroffenen Arbeitsplätzen
- ein zeitlich begrenztes Bewegungsprogramm für die am stärksten betroffene Gruppe
- Messung von Ausgangswerten und Wiederholung nach dem Programm
- Beratung zur Arbeitsplatzgestaltung
Was davon passt, hängt von Größe, Branche und Belastungsprofil ab. Sinnvoll ist, klein und messbar anzufangen statt breit und unverbindlich.
Beim FPZ Halle
Genau diese Reihenfolge - erst messen, dann handeln - ist unser Ansatz für Unternehmen in Halle und Umgebung. Am Anfang steht eine Analyse der tatsächlichen Belastung, nicht ein Kursangebot von der Stange; am Ende steht eine erneute Messung, die zeigt, was sich verändert hat. Das ist dieselbe Eingangs- und Abschlussanalyse, mit der auch unsere Einzeltherapie arbeitet - nur auf die Belegschaft statt auf eine Einzelperson übertragen.
Wie eine Zusammenarbeit konkret aussieht, steht auf der Seite zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Für ein unverbindliches Erstgespräch erreichen Sie uns unter 0345 29 89 633, per Mail an halle@fpz-rueckentherapie.de oder über die Kontaktseite.
Häufige Fragen dazu
Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?
Die systematische Steuerung aller betrieblichen Maßnahmen, die Gesundheit erhalten und Belastungen senken - von der Gefährdungsbeurteilung über die Arbeitsplatzgestaltung bis zu Bewegungs- und Präventionsangeboten. Es ist eine Führungsaufgabe, kein Kursprogramm.
Welche steuerliche Förderung gibt es?
Nach Paragraf 3 Nummer 34 des Einkommensteuergesetzes sind Leistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu 600 Euro je Arbeitnehmer und Kalenderjahr steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden und die Anforderungen des Leitfadens Prävention erfüllen.
Womit fängt man an?
Mit einer Analyse: Welche Belastungen bestehen tatsächlich, wo entstehen Ausfallzeiten, welche Tätigkeiten sind betroffen? Ein Kursangebot ohne diese Grundlage trifft selten die Ursache und wird oft von denen genutzt, die es am wenigsten brauchen.
Lohnt sich das für kleine Betriebe?
Auch dort, weil einzelne Ausfälle stärker durchschlagen als in großen Organisationen. Der Umfang unterscheidet sich: Statt eines Programms geht es um wenige, gezielte Maßnahmen an den Arbeitsplätzen mit der höchsten Belastung.
Was hat das mit Rückenbeschwerden zu tun?
Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeitstage. Damit sind Rückenbeschwerden für Betriebe keine private Angelegenheit der Beschäftigten, sondern ein direkter Kostenfaktor.